„Die Buchkultur ins Zentrum rücken“(MV,24.04.2018)

„Kopi“-Projekt zum Welttag des Buches


Ein Schüler bedient bei den „Buchbindern“ die Vergolderpresse





-mas- RHEINE. Den UNESCO-Welttag des Buches hat ein Lehrerteam um Christina Kümpers gestern am Kopernikus Gymnasium zum Anlass genommen, um für alle Schüler des sechsten Jahrgangs „die Buchkultur ins Zentrum zu rücken“. Drei Schulstunden lang drehte sich für die rund 130 Kopi-Schüler des Jahrgangs alles ums Thema Buch.

Sechs Workshops standen für die Schüler zur Wahl. Um die Kunst des Erzählens und ums gute Schreiben ging es zum Beispiel im Workshop „FanFiktion“. Ein gutes Buch benötigt schließlich nicht nur ein interessantes Thema, sondern auch einen Autor, der weiß, wie er die Worte setzen muss, um die Leser nicht zu langweilen. Das Besondere dieses Workshops: Ältere Mitschüler aus dem Kopi-Leseteam leiteten diese „Schreibwerkstatt“:

„In unserem Projekt schreiben die Schüler eigene Geschichten. Wir zeigen ihnen, wie man eine Geschichte aufbaut oder Charaktere für eine Geschichte entwickelt. Außerdem achten wir auf einen kreativen Satzbau und auch auf die korrekte Rechtschreibung“, erzählt Sophie Löckemann, die selbst gerne Geschichten schreibt.








„Gerade weil hier etwas von Schülern an Schüler weitergegeben wird, ist das aus meiner Sicht ein sehr spannendes Projekt“, sagt Kümpers, die am Kopi Deutsch und Religion unterrichtet.

Die technisch-handwerkliche Komponente der Buchherstellung durfte aber nicht fehlen. Eine Workshop-Gruppe besuchte zum Beispiel die „Mittelalterliche Schreibwerkstatt“ im Falkenhof, eine weitere beschäftigte sich unter Anleitung von Kunstlehrer Arsentij Pawlow mit der „Kunst des Buchbindens“. „Die Schüler lernen im begrenzten Rahmen, wie man Bücher bindet. Sie praktizieren das an der japanischen und der koptischen Bindung. Die koptische Bindung ist eine sehr alte Technik, bei der es im Unterschied zur heutigen Buchbindungen keinen Schutz für den Buchrücken gibt“, erläutert Pawlow. Unterdessen ist Hannah gerade dabei, für die japanische Bindung einen Faden zu wachsen. „Echt cool, das Projekt. Das macht richtig Spaß“, sagt die Elfjährige, die ein Buch nun mit anderen Augen sieht.

Zeitgleich treffen sich Schüler in der Schul-Bibliothek zu einem „Blind-Date“ mit Büchern. Schulbibliothekarin Andrea Pohlmeier hat dazu den Buchdeckel mit Zeitungspapier umhüllt. Ohne das Cover zu sehen, lesen die Schüler das Buch und bewerten es nach einem selbst erstellten Kriterienkatalog – und schauen schließlich, ob sie aufgrund des Covers auch zum Gesamtsieger gegriffen hätten.

Im Kunstraum geht es den Büchern dagegen an den Kragen. Schüler sind mit Eifer dabei, die einzelnen Seiten zu knicken oder zu falten. Katharina (12) zerschnippelt gar das Papier, fügt Zacken ein, die wie Haifischzähne aussehen. Genau so will sie es: „Das ist ein fressendes Buch mit vielen Zähnen“, erläutert die Schülerin ihr „Kunstbuch“. An den Tischen um sie herum werden ebenfalls außergewöhnliche Unikate erstellt. „Zwischen alten Buchdeckeln entsteht euer Kunstwerk“, heißt es passend in der Erläuterung zum sogenannten Bookogamie-Workshop. Last but not least zeichnen Schüler in einem weiteren Workshop passend zu den Buch-Geschichten Landkarten. „Ich habe immer wieder beobachten können, dass Schüler es lieben, wenn Karten in Büchern sind. In diesem Projekt können sie die Karten selbst herstellen“, erläutert Kümpers.

„Schüler haben grundsätzlich Lust auf Lesen“, sagt die Deutschlehrerin. Aber man müsse den Schülern immer wieder Anreize geben und Angebote schaffen. „Das versuchen wir hier bei dem Projekttag. Ich finde es toll, dass die Kollegen hier Zeit gefunden haben und das Projekt mit interessanten Beiträgen unterstützen.“

 

Buchkultur am Falkenhof

Während sich fünf Gruppen am Welttag des Buches innerhalb des Kopi mit den unterschiedlichsten Projekten beschäftigten (s. Bericht der MV vom 24.04.2018), zog es die sechste Gruppe zum Falkenhof. Dort nahm Frau Winter die SchülerInnen mit auf eine Zeitreise ins Mittelalter: Zunächst lernten die Schüler, Papier zu schöpfen und zu pressen.













Das dann trockene Papier wurde im Anschluss mit einer Vogelfeder und Tinte kunstvoll beschrieben.(Ein gar nicht so leichtes Unterfangen, wie die Schüler feststellen mussten)










Die selbst verfassten kurzen Texte wurden am Ende dann zu einem kleinen Minibüchlein zusammengenäht, das die Schüler mit nach Hause nahmen.

Klimawandel und Klamotten: Eine Welt-Mobil zu Gast am Kopi









"Das hätte ich nicht gedacht..." Wie viel Kilogramm wiegt unser Kleidungsstück eigentlich in CO2 ? An welcher Stelle wurde am meistenCO2 ausgestoßen? Wie können wir zu Hause mit unseren Klamotten besser umgehen und einen Beitragzum Klimaschutz leisten? Rund um diese Fragen beschäftigten sich unsere fünften Klassen in der Woche nach den Osterferienunter unserem Jahresthema "Klimawandel" mit dem Zusammenhang von "CO2 und Mode".

"Das war cool", so die einhellige Meinung. Neben vielen interessanten Informationen über Herkunft und Herstellung unserer Kleidung wurde ganz praktisch experimentiert und vermeintlich alte Klamotten wurden "umgestylt". "Ich kann jetzt sogar nähen!", so eine Schülerin sichtlich stolz.

Harte Zeiten für Gespenster am Kopi

Temperamentvoll, musikalisch und witzig ging es am Wochenende in der Aula des Kopernikus-Gymnasiums zu. Die Theater AG „StagExit“ der Schule brachte unter Mitwirkung des Mittelstufenchores „Das Gespenst von Canterville“ auf die Bühne. Durch Verknüpfung eigener Ideen und der Erzählvorlage Oskar Wildes entstand ein Stück, das dank der Spielfreude der rund 30 Darsteller und der zum Teil ironischen Bemerkungen seine begeisternde Wirkung beim Publikum nicht verfehlte.

Mitternacht. Schauderhafte Geräusche. Blitz und Donner ,Gespensterstunde auf Schloss Canterville. Was für die stilvoll britischen Bediensteten Horror ist, nehmen die neuen Besitzer des Schlosses aus Amerika nicht so ernst. Da kann sich das Gespenst „Sir Simon“, das die Amerikaner gerne aus dem Schloss vertreiben will, noch so sehr ins Zeug legen. Niemand ängstigt sich vor ihm, an einen Auszug denkt die Familie Otis nicht. Da helfen auch keine Ratschläge der Hausdame Mrs. Umney. Die guten Tipps, die die fortschrittsgläubige Familie Otis Sir Simon geben, bringen diesen schier zur Verzweiflung. Mr. Otis bietet ihm stoisch gelassen Kettenöl an, um in der Nacht Ruhe zu haben, seine Frau gegen Sir Simons gar so merkwürdige Stimme Hustensaft und die frech-respektlosen Zwillinge Jenny und Jacki jagen ihn mit hinterlistigen Streichen quer über die Bühne. Nicht zu vergessen der halbwüchsige Sohn Washington, der mit Pinkertons Fleckenkiller täglich den Blutfleck löscht. Virginia, die romantische Tochter der Familie Otis ist es schließlich, die sich seiner erbarmt und für die Erlösung des in Wirklichkeit mehr bedauernswürdigen als furchterregenden Geistes und damit für ein Happy End sorgt.

Eigens für die Aufführung hat die Theater AG  ein aufwendiges Bühnenbild mit Kamin, Kerzenleuchtern und Gemälden gestaltet und damit eine wahrhaft schaurig-schöne Schlossatmosphäre geschaffen. Besonders gelungen auch die von Klaus Sechelmann und Bärbel Miethe  speziell für die Inszenierung komponierten und arrangierten Lieder, die alle Zuschauer zum Mitsingen animierten. Dem morgendlichen Frühsport, den die amerikanische Familie zum Leidwesen ihrer Kinder täglich absolvieren muss, darf sich dank der energisch auftretenden Mrs. Otis auch das Publikum nicht entziehen und wird so Bestandteil der Aufführung.

Viel Arbeit, jede Menge Herzblut ,schauspielerisches Talent, kreativen Ideen und vor allem Komik stecken in der frischen und lockeren Inszenierung der  Theater AG unter der Leitung von Mechthild Bußmeyer sowie der Sängerinnen des Mittelstufenchores  unter der Leitung von Lisa Achterkamp. Der große Applaus der anwesenden großen und kleinen Gespensterfreunde im Anschluss an die Vorstellung  beweist, dass das erstmals am Kopi durchgeführte Konzept, Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen von Klasse 6 bis Q2 sowie unterschiedliche Fachbereiche  in ein Projekt einzubinden, gelungen ist.




Weitere Fotos finden sich in der Bildergalerie I und Bildergalerie II

Anstehende Termine

  • 03.05.2018 3.+4.Stunde, Englischwettbewerb The big Challenge


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