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Erdkunde

Das Fach Geografie, gemeinhin auch Erdkunde genannt, bietet den SchülerInnen und Schülern vielfältige Möglichkeiten der Beschäftigung.
Ein Fach, um über den eigenen "Tellerrand" hinauszublicken.


Ist die Klimaerwärmung gut für die Landwirtschaft? Wein bald auch im Münsterland? Oder wird der Golfstrom versiegen und Mitteleuropa vor Kälte erstarren?

 

Was passiert mit Industriebrachen? Wer profitiert von der Erneuerung der Innenstädte? Wo wohnen die früheren Bewohner jetzt? Wer kauft im Einkaufszentrum auf der grünen Wiese?

 

Hängt die Algenblüte in der Ostsee mit der Massentierhaltung zusammen? Können wir Fleischskandale durch Öko-Landwirtschaft verhindern?

 

Was soll man davon halten, wenn Möbel in Schweden entworfen und aus tschechischem Holz in Bulgarien hergestellt werden, um dann von Glasgow bis Marseille verkauft zu werden?

 

Wie viele Einwanderer brauchen wir, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein?

 

Kann es bei uns Vulkanausbrüche geben? Wie entstehen Naturkatastrophen? Wen treffen sie am

härtesten? Warum?

 

Sind Tomaten im Winter gesund? Und wenn ja …  für wen?

 

Wir leben in unserem alltäglichen Umfeld und sind doch in globale Prozesse eingebunden.

Die Welt, in der wir leben, ist von Naturkräften geprägt und von menschlichen Gesellschaften beeinflusst.

Verschiedene Maßstabsebenen sind wichtig:

  • lokal (Umgang mit städtischen  Brachen, Landwirtschaft im Münsterland, Merkmale der City am Beispiel Rheine … )
  • regional (NRW als Innovationsraum, Euregio … )
  • global (China überholt Deutschland als Exportweltmeister und die USA als Nr. 1 im CO2-Ausstoß / Woher kommen Jeans, Turnschuhe, Avocados? Was ist eigentlich Globalisierung?)

 

Erdkunde ist das Fach, das sich mit den verschiedenen Aspekten des Raumes befasst.

 

Die Welt wird immer komplexer. Wenn wir auch nicht auf alles Antworten haben, wollen wir doch vermitteln, wie man die richtigen Fragen stellt.

 

Erdkunde wird am Kopernikus in den Klassen 5 (2 Wochenstunden), 8 (2 Wochenstunden bzw. Erdkunde bili 3 Wochenstunden) und 9 (2 Wochenstunden) und in der Oberstufe unterrichtet. Ab Klasse 8 ist Erdkunde Teil des bilingualen Profils.

Seit vielen Jahren wird Erdkunde am Kopi auch bilingual unterrichtet. So haben wir seit vielen Jahren auch gute Erfahrungen mit dem Abitur in Erdkunde und Erdkunde bilingual gemacht.

 

Teil des Faches ist die originale Begegnung mit den im Unterricht relevanten Phänomenen. So führen wir regelmäßig Exkursionen und Unterrichtsgänge durch.

Z.B. Besuch einen Bauernhofs in Klasse 5, Kartierung der Rheinenser Innenstadt im Leistungskurs, Fächerverbindendes Projekt mit Biologie – Wattenmeer und Nordseeküste – in der EF, Exkursionen ins Ruhrgebiet und zum Braunkohlentagebau in der EF und stadtgeographische Exkursion in der Q2.

 

Exkursion in den Pott

 

 

 

 

 

Im Zuge des Lehrplans für den Jahrgang 11 haben wir dieses Jahr eine Exkursion ins Ruhrgebiet unternommen.

 Ausgangspunkt war die Kopernikus-Sporthalle, von der aus wir in zwei Gruppen mit dem Bus in Richtung Duisburg bzw. Essen aufgebrochen sind.

In Duisburg angekommen, haben wir den dortigen Landschaftspark besichtigt. Dabei handelt es sich um eine einstige Eisenhütte, die Spezialproduktionen für die Firma Thyssen anfertigte. Nach der Stilllegung 1985 wurde das relativ kleine rund 200 ha und 5 Hochöfen umfassende Gelände  von 1990 bis 1999 im Zuge des Strukturwandels umgestaltet. Das Projekt stand unter der Federführung der Internationalen Bauausstellung Emscher Park und wurde ab 1994 zugänglich für die Öffentlichkeit. Was sich zunächst eher langweilig anhört, erwies sich als äußerst interessant. Grund dafür war die spannende und humorvolle Präsentationsart unseres Referenten.

So handelte es sich nicht um das von einigen befürchtete bloße Auflisten von Fakten, sondern auch um viele kleine lustige und interessante Geschichten, die sich dort zugetragen haben. Wer hätte schon gedacht, dass man dort sogar schon Klonkrieger aus Star Wars antreffen könnte. (Es handelte sich letztlich um das Treffen eines Star Wars Fanclubs in voller Fanmontur). Neben der hervorragend referierten Theorie war die wohl interessanteste  Erfahrung, wie sehr sich die Struktur des Ruhrgebiets gewandelt hat. Zwar war der Strukturwandel Thema im Unterricht, aber das Erleben ist etwas ganz anderes.

 

 

 

 

Statt Schwerindustrie gibt es jetzt dort einen Kletterpark, das größte Tauchbecken Europas und das größte überdachte (!) Open-Air-Kino in der ganzen Umgebung. Alles in allem ist der Duisburger Landschaftspark ein Musterbeispiel für den Strukturwandel.

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach der Führung ging es per Bus ins Centro Oberhausen, wo wir eine ca. 1,5 stündige Mittagspause hatten. Nach einer kleinen oder auch großen Stärkung und ein bisschen Shopping fuhren wir schließlich zu unserer letzten Station, der Zeche Zollverein in Essen. Hier wurde früher Kohle gefördert, dann in der Kohlenwäsche gereinigt und sortiert. Direkt nebenan stand noch eine Kokerei, die die Kohle zu Koks backte, der in den Hochöfen verwendet werden konnte. Zu große Kohlestücke wurden zum Heizen verwendet. Wir konnten auch noch die Gewinner des „Red Dot Design Awards 2010“ begutachten, wobei die Luxuskarossen mitunter großes Interesse bei den Schülern geweckt haben. So war es für viele die erste nahe Begegnung mit einem Rolls Roys. Nachdem viele dann aus dem Schwärmen wieder heraus gekommen waren, begann unsere Führung zu der Zeche.

Diese war gut referiert, äußerst informativ und es wurden keine Mühen gescheut, was die Präsentation betraf. Auch hier traf die moderne Technik das Alte und es gab zahlreiche Animationen, die die geschilderten Sachverhalte verbildlichten. Dabei dienten die alten Maschinen als Projektionsfläche für diverse Beamer, wobei der Eindruck erweckt wurde, als könne man in die Maschinen hinein sehen. Neben den Fakten bezüglich der Zeche Zollverein, die auch anderweitig zugänglich sind, war das Erleben der Arbeit eines Bergmanns die wohl interessanteste Erfahrung, die wir gemacht haben.

 

Zu sehen, wie staubig es dort war und jetzt noch ist (man sollte nichts anfassen, kann nicht theoretisch gemacht werden, sondern nur persönlich erfahren werden). Weiterhin gab es eine Soundanimation, die allerdings ungefähr 40 dB leiser als früher war. Was dabei schon für viele fast zu laut war, betrug somit nur ungefähr 1/7!!!! der tatsächlichen Lautstärke. Die Arbeiter trugen deshalb oft schwere Gehörschäden davon.

Über die  Arbeitszustände nachdenkend waren wir froh, das Tageslicht wieder zu erblicken und aus den staubigen Hallen zu entkommen, um nach Hause fahren zu dürfen.

 

                                                           Sven Eppe und Tobias Brockhoff


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